Echse auf einem Baumstamm liegend

Wüsten- oder Regenwaldterrarium?

Diese Frage, welchen Terrarientyp Du dir anschaffen möchtest, beantwortet sich meistens von selbst. Denn im Normalfall beginnst Du ja bereits mit dem Interesse für ein bestimmtes Tier. Doch welche Konsequenzen ergeben sich aus deiner Entscheidung?

Reptilien bleiben gerne unter sich, eine Vergesellschaftung mit anderen Arten ist nur in den seltensten Fällen und unter ganz bestimmten Voraussetzungen möglich. Dadurch muss Du Dich zwar einerseits für eine Art entscheiden, andererseits kannst Du so aber auch voll und ganz auf deren Bedürfnisse eingehen. Die jedoch muss man zunächst einmal kennen. Versuche daher zunächst die Anworten auf die folgenden Fragen zu finden:

  • Wie groß wird die Art?
  • Wird sie paarweise, in Gruppen oder sogar besser einzeln gehalten?
  • Ist sie tag-, dämmerungs- oder nachtaktiv?
  • Wie groß ist der Bewegungsdrang der Tiere und welche Maße sollte das Terrarium haben?
  • Wo kommen sie her und wie ist das Klima dort?
  • Halten sich die Tiere gerne in der Sonne auf oder meiden sie diese sogar?
  • Wie hoch ist die Durchschnittstemperatur?
  • Wie hoch ist die Maximaltemperatur und wie weit sinkt sie nachts ab?
  • In welchem Bereich liegt die Luftfeuchtigkeit?
  • Wie sieht das natürlichen Verbreitungsgebiet aus?
  • Wie ist dort die Beschaffenheit des Bodengrunds?
  • Gibt es vermehrt Steine oder Totholz?
  • Welche Vegetation gibt es vor Ort?
  • Wovon ernährt sich die Art?
  • Welche Lebenserwartung hat sie?

Im Idealfall kann Dir ein fachkundiger Zoohändler, Züchter oder Terrarienverein die Antworten geben und beratend zur Seite stehen. Den Austausch mit erfahrenen Haltern solltest Du immer suchen! Ihr Wissen reicht über die Grundbedürfnisse ihrer Pfleglinge hinaus und eröffnet Dir oft eine ganz neue Sichtweise auf die Tiere.    

Doch selbst wenn diese Möglichkeiten nicht gegeben sind, finden sich die Antworten in Fachlektüren und in den Tiefen des World Wide Webs.

Die Unterschiede

Sind alle Antworten vorhanden und keine von ihnen wirft bei dir Zweifel auf, kann es losgehen. Dann heißt es, Terrarium aufstellen und entsprechend den Anforderungen, einrichten.

Und hier beginnen die Unterschiede…

Auch wenn das Hauptaugenmerk darauf liegen sollte, die Bedürfnisse der Art zu erfüllen, ist der Kreativität beim Einrichten keine Grenze gesetzt. Schließlich ist das Ziel nicht nur, gesunde und vitale Tiere zu haben, sondern auch ein ansehnliches Terrarium, das dir Freude bereitet.

Iguana auf einem Stein sitzend
Foto: Robert Balog via Pixabay, CC0

Lebensraum Wüste

Sehr pauschal ausgedrückt: In den meisten Trockengebieten (Wüsten), in denen Reptilien vorkommen, fällt auf das ganze Jahr gesehen nur sehr wenig Regen. Entsprechend karg mit nur wenig Vegetation gestaltet sich die Landschaften, die es auf das Terrarium zu übertragen gilt.

Der trockene Boden besteht oft aus Sand, Erde, Lehm oder einem Gemisch aus mehreren Komponenten. Teils befinden sich größerer Ansammlungen kleinerer Steine im Bodengrund und es sind auch größere Felsen oder Geröll vorhanden.

Die Pflanzenvielfalt bleibt in diesen Gebieten sehr beschränkt. So gibt es Orte, an denen man Quadratkilometer weit, keine oder nur ein, zwei Pflanzenarten vorfindet. Auch Bäume sind wenig anzutreffen und dadurch schlussendlich auch kaum Totholz.

Wo „nichts“ steht fällt natürlich auch kein Schatten- – das Terrarium benötigt also eine entsprechend starke Grundbeleuchtung, wie Du sie beispielsweise durch LEDs erhältst. Zusätzlich ist UV-Strahlung notwendig, die in der Natur von der Sonne abgegeben wird. Hier kommen, je nach Anforderung bzw. Größe des Terrariums, Mischlichtstrahler oder Hochdruckmetalldampflampen zum Einsatz. Die Kombination mit einer Heizsteine, Heizkabel oder Heizstrahler sorgt für die benötigte Temperatur.

Technische Hilfsmittel zur Luftfeuchtigkeitserhöhung sind nicht erforderlich, ein gelegentliches Befeuchten mit der Sprühflasche ist vollkommen ausreichend.

Tropische Lebensräume

In den tropischen Wäldern unserer Erde ergibt sich dann ein ganz anderes Bild. Hier ist die Diversität der Pflanzen besonders hoch. Große Bäume ragen Richtung Himmel, deren Blätterdächer oftmals direkte Sonnenstrahlung zurückhalten.

Der erdige Boden ist mit Laub bedeckt, überall wachsen Farne und andere Pflanzen. Totholz und umgestürzte Bäume, auf denen sich Moose ausbreiten, liegen verstreut herum.

Der regelmäßige Regen hält alles feucht, entsprechend hoch ist die Luftfeuchtigkeit. Die stellt auch im Terrarium die größte Herausforderung dar. Bäche und Flüsse durchqueren die Wälder, Wasser ist allgegenwärtig. Ohne technische Hilfsmittel, wie Beregnungsanlage, künstlicher Wasserfall oder Ultraschallvernebler, kann man dieses Klima nur sehr schwer im Terrarium simulieren. Es sei denn Du besitzt die Zeit und Muße, stündlich oder besser noch, immer dann wenn die Luftfeuchtigkeit eine gewisse Prozentzahl unterschreitet, manuell zu befeuchten.

Klimaregelgeräte wie CON-TH, bieten Dir eine Komplettlösung für die Klimasteuerung an. Luftfeuchtigkeit und Temperatur werden über Fühler gemessen und je nach vorgenommenen Einstellungen, schaltet das Steuergerät dann die Befeuchtungs- und Heizelemente immer dann zu, wenn die definierten Werte unterschritten werden. So nimmst Du einmalig Deine Einstellungen vor und der Rest läuft automatisch.

Eine besonders starke Grundbeleuchtung ist für die tropische Klimasimulation nicht erforderlich und auf UV-Strahlung kann bei einigen Arten sogar ganz verzichtet werden.

Echse auf grünem Geäst sitzend
Foto: Anrita1705 via Pixabay, Foto: CC0

Boden oder Baum?

Bei der Terrariumgestaltung wird grundsätzlich zwischen Boden- und Baumbewohner unterschieden. Dementsprechend solltest Du auch die Größe des Terrariums wählen. Eine bodenbewohnende Art benötigt kein 1 m hohes Terrarium. Umgekehrt macht es wenig Sinn, ein nur 40 cm hohes Terrarium für eine baumbewohnende Art zu nehmen, in das keine Hölzer mehr reinpassen, geschweige denn noch ein Terrarienstrahler darüber.

Echte Pflanzen machen Dein Terrarium zu etwas ganz Besonderem. So holst Du Dir ein richtiges Stück Natur nach Hause. Es gibt nichts Schöneres als ein Terrarium zu haben, indem sich Tiere wohl fühlen, vielleicht sich sogar vermehren, und gleichzeitig noch Pflanzen wachsen und gedeihen!

Was habe ich denn jetzt?

Schlussendlich sind die Begriffe Wüstenterrarium und Regenwaldterrarium, nur zwei große Schubladen, in denen die einzelnen Arten mit ihrer Herkunft grob unterteilt werden. Die Habitate und Klimata der Reptilien sind so breit gefächert, dass sie nicht auf zwei festgelegte Terrarientypen beschränkt werden können.

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Wichtig ist, dass Du weißt wo die Art vorkommt, darauf aufbauend recherchierst wie die Gegebenheiten vor Ort sind und diese auf das Terrarium zu überträgst. Wenn Du am Ende ein artgerechtes zu Hause für Deine Tiere geschaffen hast, das Dir auch noch gefällt, ist es doch egal wie es genannt wird.

Chamäleon in einem Terrarium
Foto: Gerhard G. via Pixabay, CC0

Foto Artikelkopf: tahanadakila via Pixabay, CC0

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