Ein Leguan auf einem Baum

Reptilienpflege: Fünf Richtlinien für die Haltung von Reptilien

Es gibt eine Menge Dinge die Du wissen solltest, bevor Du dir ein Reptil anschaffst und es in ein Terrarium setzt. Um dir dabei etwas zu helfen, haben wir für dich ein paar Grundbegriffe der Reptilienpflege und -haltung zusammengefasst. Beachte diese Dinge und dein neuer Zögling wird es dir danken.

Was muss man tun, um ein Reptil in Menschenhand gesund zu erhalten? Was kannst Du tun, damit deine Eidechse, Schlange oder Schildkröte über viele Jahre hinweg ein glückliches Leben hat? In erster Linie ist viel Hingabe deinerseits erforderlich. Du musst wissen, das einige Reptilienarten weit mehr als 20 Jahre alt werden können. Also solltest Du dich auf eine lange Lebensdauer deines neuen Mitbewohners einstellen.

Hier sind fünf  Punkte, die Du beachten musst, um dein neues Haustier gesund zu halten. Es sind die Grundregeln der Reptilienpflege:

1. Recherche und Forschung (kenne deinen neuen Mitbewohner)

Bevor Du dir ein Reptil nach Hause holst, musst Du alles über die Pflegeanforderungen des Tieres wissen. Welche Art von Futter frisst es, und wie oft muss es gefüttert werden? Wie viel Platz braucht es? Wie sieht es mit den Anforderungen an Wärme, Feuchtigkeit und Beleuchtung aus? Dies sind nur einige der Dinge der Reptilienpflege, über die Du dich informieren musst, bevor Du ein Reptil in einen Käfig setzt.

Suche im Internet nach Pflegehinweisen. Gib dazu den Namen der Reptilienart ein, gefolgt von dem Begriff „Pflegeanleitung“. Wenn Du zum Beispiel eine Kugelpython als Haustier halten möchtest, suche bei Google nach „Pflegeanleitung für Kugelpythons“, um mit der Recherche zu beginnen.

Natürlich empfiehlt es sich auch, in Büchern nach Informationen zu der Art zu suchen, die Du halten möchtest.

Es ist wichtig, so viele Pflegeanleitungen wie möglich zu lesen. Je mehr du über deinen neuen Mitbewohner weißt um so besser.

Kleine Echsen
Bild von Onkel Ramirez auf Pixabay

2. Auswahl (Das Casting)

Der beste Weg, ein Reptil gesund zu halten, ist mit einem gesunden Exemplar zu beginnen. Aus diesem Grund haben wir den Punkt Recherche und Forschung vor den Punkt Auswahl gestellt. Es wäre wahrscheinlich schwer zu erkennen, wie ein gesundes Exemplar aussieht oder sich verhält, bevor Du dich eingehend mit dem Thema beschäftigt hast.

Am besten erwirbst Du dein neues Haustier bei einem professionellen Züchter. Also bei jemanden, der beruflich Reptilien züchtet und verkauft. Diese Leute haben einen Ruf zu wahren, also arbeiten sie hart daran, gesunde Tiere zu züchten. Ein seriöser Züchter würde niemals ein krankes Reptil verkaufen.

Reptilienausstellungen bieten dir eine weitere gute Möglichkeit ein Tier zu erwerben.

Wir empfehlen Dir dringend, kein in der Wildnis gefangenes Reptil zu kaufen. In Gefangenschaft gezüchtete Tiere sind im Allgemeinen gesünder als in freier Wildbahn gefangene Exemplare. Ein in freier Wildbahn gefangenes Reptil kann eine Reihe von Krankheiten oder Parasiten haben, mit denen Du dich nicht auseinandersetzen willst. Die Entnahme von Tieren aus der freien Wildbahn kann auch deren Populationen belasten, weshalb heutzutage so viele Reptilienarten vom Aussterben bedroht sind. All dies sind gute Gründe für den Kauf eines in der Zucht geborenen Exemplars! Alternativ kannst Du dich bei Tierheimen umsehen. Vielleicht gibt es in der Nähe Tiere, die dringend ein neues Zuhause suchen.

Kauf bitte dagegen nicht beim „privaten Vermehrer“. Hier wird oft ohne genetisches Basiswissen verpaart, „was gerade da ist“ und nicht selten ist die Aufzucht auch nicht professionell, was dazu führen kann, dass die erhaltenen Tiere unterentwickelt und anfällig oder sogar bereits krank sind.

Bedenke auch, dass Du in vielen Fällen einen Herkunftsnachweis benötigst. Wenn sich der Tierhalter einer Ausstellung dieser Bescheinigung verweigert oder Schwierigkeiten macht, weißt Du schon: Hier stimmt etwas nicht. Bitte kauf dann nicht dort dein Tier!

3. Lebensraum (Home Sweet Home)

Reptilien sind unglaublich vielfältig — genau wie ihr Lebensraum. Einige leben in Wüstengebieten, andere in Regenwäldern oder anderen tropischen Regionen. Einige sind tagsüber aktiv, während andere nachtaktiv sind. Manche brauchen einen Platz zum Sonnen, der weit über 38 Grad Celsius warm ist, während andere bei Zimmertemperatur gut zurechtkommen. Entsprechend benötigen die Tiere in Gefangenschaft ein Wüsten- oder Regenwaldterrarium. Wenn eine Art zudem auch noch einen Wasserbereich braucht, muss ein Paludarium her.

ExoTerra Terrarium
Terrarien von ExoTerra findest Du bei ZooMonster.com

Du siehst also, bevor Du dir ein Reptil als Haustier nach Hause holst, musst Du einen geeigneten Lebensraum einrichten.

Ein Lebensraum bzw. Habitat enthält alles, was das Tier zum Überleben braucht. Zum Lebensraum gehören eine Art Substrat, Heizvorrichtungen, Beleuchtung, Versteckmöglichkeiten für dein Reptil, Klettermöbel und vieles mehr. Die „Zutaten“ des Lebensraums variieren je nach der Art des Reptils, das Du halten möchtest. Deshalb noch mal der Verweis auf Punkt Nr. 1 oben. Du musst für die richtige Reptilienpflege die Pflegeanforderungen für die Art recherchieren und dann einen Lebensraum bauen, der diesen Anforderungen entspricht.

Echse
Bild von Pixabay

4. Ernährung (Bon Appétit)

Was fressen Reptilien? Wie bei allem anderen, was bisher besprochen, hängt dies von der Art ab, die Du halten möchtest. In Gefangenschaft kommen die meisten Schlangen mit einer Ernährung aus Mäusen und Ratten gut zurecht. Chamäleons fressen eine breite Palette von Insekten. Bartagamen genießen eine Kombination aus Obst, Gemüse und Insekten. Grüne Leguane sind reine Pflanzenfresser, die sich von Obst und Gemüse ernähren. Wasserschildkröten und Landschildkröten sind je nach Art Allesfresser oder reine Vegetarier. Du siehst: Verschiedene Reptilien haben unterschiedliche Ernährungsbedürfnisse.

Bevor dein neuer Mitbewohner also einzieht, musst du darum wissen, (A) was frisst er und (B) woher bekommst Du die benötigten Nahrungsmittel. Bei Pflanzenfressern hast Du es leicht: Du kannst sie sie mit Obst und Gemüse aus dem Supermarkt füttern. Aber was ist mit Eidechsen, die nur Insekten fressen, oder Schlangen, die Nagetiere fressen? Du musst vom ersten Tag an einen Futtervorrat bereithalten. Auch das beginnt mit der Recherche.

Echse
Bild von Ceci DGondeles von Pexels

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Es ist wichtig zu wissen, was man seinem Haustier füttert, aber Du musst auch wissen, wie oft man es füttert. Ein überfüttertes Reptil kann an allen möglichen Gesundheitsproblemen leiden, genau wie ein überfütterter Mensch. Das Gleiche gilt für eine Unterfütterung. Es gibt nur einen Weg, um es richtig zu machen — Forschung, Forschung, Forschung!

5. Pflege (darf es noch was sein?)

Heimreptilien müssen ständig gepflegt und überwacht werden. Sie brauchen nicht so viel Zuwendung wie ein Hund oder eine Katze, aber Du musst bestimmte Dinge im Blick behalten. Hier sind vier Dinge, die Du überwachen musst:

  • Die Temperaturen und die Luftfeuchtigkeit im Lebensraum (Klimasteuerung)
  • Die Sauberkeit des Lebensraums
  • Den Fütterungsplan
  • Der allgemeine Gesundheitszustand deines Tieres

Die ersten drei Punkte auf dieser Liste sind recht einfach. Der letzte Punkt (Gesundheit) ist schwieriger zu beobachten. In vielen Fällen kann ein Reptil krank sein, ohne äußerliche Anzeichen oder Symptome zu zeigen. Und wenn sie dann doch ein Symptom zeigen, kann die Krankheit schon weiter fortgeschritten sein.

Warum ist das so? Weil Reptilien keine äußerlichen Anzeichen zeigen. Wenn dein Hund oder deine Katze krank wäre, würdest Du es wahrscheinlich sofort merken. Hunde und Katzen haben sehr ausdrucksstarke Gesichter und können die Stirn runzeln, winseln und wimmern, wenn es ihnen nicht gut geht. Aber Reptilien können nichts von alledem. Wenn Du also deiner Schlange, Eidechse oder Schildkröte nicht den richtigen Lebensraum bietest, wird sie lange Zeit in aller Stille leiden.

Was bedeutet das für dich als Reptilienhalter? Es bedeutet, dass Du dich aktiv und gewissenhaft um die richtige Reptilienpflege kümmern musst. Du musst den Käfig täglich kontrollieren, um sicherzustellen, dass die Temperaturen und die Luftfeuchtigkeit richtig sind. Du musst den Käfig sauber halten, um Ansammlungen von Bakterien zu verhindern. Du musst das normale Verhalten deines Tieres lernen, damit Du erkennen kannst, wenn etwas ungewöhnlich ist.

Und wenn nötig, musst Du dein Tier zu einem qualifizierten Reptilien-Tierarzt bringen, wenn etwas nicht in Ordnung ist. Dafür ist es gut, wenn Du dir schon im Vorfeld reptilienkundige Tierärzte heraussuchst, die für dich erreichbar sind. Denn im Notfall kann es schwierig sein, auf die Schnelle einen herpetologisch versierten Tierarzt zu finden. Vielleicht helfen dir folgende Listen dabei:

https://ag-ark-1.jimdosite.com/tierarztliste/

https://reptiliendoktor.com/tieraerzte-fuer-reptilien/die-reptiliendoktor-liste/

Fazit

Dies sind die wichtigsten Bestandteile der Reptilienpflege wenn Du ein Reptil als Haustier halten möchtest. Wenn Du diese fünf Punkte richtig angehst, wird dein neuer Schützling mit großer Wahrscheinlichkeit ein langes und gesundes Leben haben. Jedes Haustier verdient die beste Pflege, die sein Besitzer bieten kann, und das gilt auch für Reptilien. Und da Du nun weißt, was zu tun ist, bleibt Dir nichts anderes übrig, als es zu tun.

Viel Erfolg!

Kopfbild von ThuyHaBich auf Pixabay

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