Fertige Rückwand des Paludariums

Bau eines Paludariums, Teil 3: Technik und Inneneinrichtung

Ankunft der Technik

Praktisch gleichzeitig mit dem Glaskörper traf die Technik für unser Regenwald-Terrarium ein. Diese hatten wir beim ZooMonster.com-Shop bestellt.

Dazu hatten wir uns im Vorfeld mit dem Fachberater des ZooMonster-Teams ausführlich beprochen und mit seinem Rat die optimale Technik-Ausstattung für unser Paludarium zusammengestellt.

Dieser Artikel ist Teil einer Serie. Hier findest Du eine Übersicht über alle bisher erschienenen Folgen:
Der Regenwald im Wohnzimmer: Bau eines Paludariums
Bau eines Paludariums, Teil 2: Der Unterbau
☛ Bau eines Paludariums, Teil 3: Technik und Inneneinrichtung
Bau eines Paludariums, Teil 4: Die Technik für den Regenwald
Bau eines Paludariums, Teil 5: Ein Dschungel entsteht

Technik-Equipment auszupacken ist ja immer wie Weihnachten & Ostern in einem. Darum haben wir euch dazu ein Unboxing-Video gedreht, in dem wir auch die einzelnen Komponenten unseres Technik-Set-ups vorstellen. Denn um ein möglichst naturgetreues Regenwald-Szenario hinzubekommen, braucht es schon einiges an Equipment. Entsprechend groß war die Freude beim Auspacken der ganzen Geräte:

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In diesem Video gebe ich Euch noch einmal einen Gesamtüberblick über das Vorhaben — danach folgt das Technik-Unboxing.

Hier für Euch die Übersicht über die von mir bestellten und verwendeten Technik-Komponenten aus dem Unboxing-Video inkl. der Links zum Shop

Die Gestaltung der Rückwand

Nach der Freude über die Technik ging es auch schon mit dem Innenausbau des Paludariums los. Dabei galt es als erstes, die Wände optimal für die geplante Bepflanzung und die Tiere zu gestalten. Damit ging endlich die „richtige Arbeit“ für uns los!

Zunächst jedoch der Hinweis: Es gibt natürlich viele Methoden, wie man die Rückwand für ein Terrarium bzw. Paludarium bauen kann. Im folgenden beschreibe ich meine Methode dafür. Dazu habe ich zu jedem einzelnen Bauabschnitt ein separates Video erstellt. So könnt Ihr genau sehen und nachvollziehen, wie ich die Inneneinrichtung gestaltet und den Bau umgesetzt habe. Alle Einzelvideos findet ihr im Folgenden direkt in die Beschreibung eingebettet. Wenn Ihr euch alle Videos als Playlist speichern wollt, findet ihr diese hier: https://www.youtube.com/playlist?list=PL2U4j5WAaByRcbjC-UaldJ-ADLVb3Vp11

Schritt 1: Grundgerüst aus Styropor

Mein erster Schritt bei der Innengestaltung eines Terrariums ist es, ein Grundgerüst für die Rückwand sowie die Seitenwände aus Styropor zu bauen.

Dafür nehme ich verschieden starke Styropor Platten, die ich mit Aquarium-Silikon in den leeren Glaskörper klebe. Dabei wähle ich die jeweilige Dicke und die Positionen so, dass es den groben Aufbau widerspiegelt, so wie ich ihn mir vorstelle.

Nach der Befestigung der Platten an der Rückwand habe ich im nächsten Schritt den Wasserfall angebaut. Hierzu habe ich 20 cm dicke Styropor-Blöcke verwendet. Wichtig dabei: Hier müssen jetzt schon die Wasserleitungen von der Pumpe mit eingearbeitet werden, damit diese später „unsichtbar“ sind. Von daher sollte man bei diesem Schritt der Modellierung schon eine recht genaue Vorstellung davon haben, wie der Wasserfall am Ende ausehen und funktionieren soll. Und natürlich ist eine entsprechende Umsicht/Vorsicht beim Zuschneiden notwendig…

Nachdem der Wasserfall so weit vor-modelliert war, wurde der obere Landteil ausgestaltet. Dazu bauten wir aus Styropor „Felsen“ an, in die auch Blumentöpfe eingearbeitet wurden. So lassen sich hier später dann sehr einfach Pflanzen einsetzen. Im folgenden Bild ist dieser Ausbauschritt gut zu erkennen:

Vorskulpturierung der Rückwand des Paludariums
Vorskulpturierung der Rückwand des Paludariums aus Styropor, Bild: Marc Fabian

Zum Abschluss unseres Styropor-Ausbaus des Grundgerüstes haben wir mit einem Heißluftfön das Styropor leicht angeschmolzen, um mehr Struktur in die Oberflächen hinein zu arbeiten.

ZooMo empfiehlt

ZooMo rät:

Beim Anschmelzen des Styropors entstehen giftige Dämpfe!
Diese Vorgehensweise ist daher nur möglich, wenn eine entsprechende Schutzausrüstung vorhanden ist — und auch eine Gefährdung Dritter durch eventuell entweichenden Dämpfe ausgeschlossen ist!

Alle Arbeitsschritte des Styropor-Grundaufbaus zusammengefasst könnt ihr anhand dieses Videos nachvollziehen:

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Schritt 2: Detaillierte Ausarbeitung mit Flex Fliesenkleber

Zur Kaschierung des Styropor-Grundgerüstes, zur Schaffung eines festen Untergrundes und um die Übergänge der einzelnen Platten nahtlos und fließend gestalten zu können, haben wir im nächsten Schritt Flex-Fliesenkleber auf das Styropor aufgebracht.

Rückwand-Gestaltung des Paludariums
Rückwand-Gestaltung des Paludariums, Bild: Marc Fabian

Insgesamt haben wir hierbei drei Schichten des Fliesenklebers auf das Styropor aufgetragen, wobei wir bei der dritten Schicht noch die Färbung eingearbeitet haben. Dazu mischten wir für die dritte und letzte Schicht Farbpigmente in den Fliesenkleber. Dadurch wurden die gestalteten „Felsen“ insgesamt dunkler und wir sparen uns eine weitere Bearbeitung mit Farbe o.ä. Die Färbung für Rest der Rückwand konnten wir uns sparen, denn diese ist nach dem letzten Schritt der Gestaltung dann eh nicht mehr sichtbar.

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Schritt 4: Versiegelung der wasserberührten Bereich

In den Bereichen fließenden oder stehenden Wassers reicht allerdings der Fliesenkleber allein nicht aus. Hier müssen wir alle Teile gegen die Nässe versiegeln!

Dafür verwenden wir spezielles Epoxidharz E45TM. Dieses Epoxidharz ist von den Komponenten her so abgestimmt, dass es nach der vollständigen Austrocknung als gesundheitlich völlig unbedenklich gilt. In allen Bereichen, in und an denen später Wasser stehen oder fließen wird, haben wir diesen Epoxidharz auf den Fliesenkleber aufgetragen.

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Schritt 4: Abschließende Beflockung der Wände

Nachdem alles getrocknet war, widmen wir uns der weiteren Gestaltung der Rückwand. Schließlich wollten wir eine natürliche Rückwand erhalten, die auch Wasser speichern und den rankenden Pflanzen Halt bieten kann. Dafür beflocken wir die restliche Rückwand mit Kokoshumus.

Kokoshumus bekommt man in gepresstem Zustand in Ziegelform. Diese Ziegel werden dann zunächst in warmem Wasser aufweicht. Nachdem der Humus aufgequollen ist, wird er zerpfückt und wieder trocknen gelassen. Da sich zunächst noch sehr viele Staubanteile bzw. kleine Partikel in dem Humus befinden, sieben wir diese noch aus. So erhalten wir schließlich die benötigten groben Kokosstücke.

Diese Kokoshumus-Flocken können wir im nächsten und letzten Arbeitsschritt nun mit Hilfe eines speziellen Klebers an den gewünschten Stellen der Rückwand befestigen. Dabei gibt es für den Kleber mehrere verschiedene Möglichkeiten:

  • Zum einen lässt sich hierfür das schon im vorherigen Schritt verwendete Epoxidharz nutzen. Allerdings ist dieses sehr dünnflüssig, was die Gestaltung schwierig macht.
  • Zum anderen kann man auch 2-Komponenten-PU-Kleber verwenden.
  • Wir haben uns für die dritte Methode entschieden und haben Elastopur 2.0 genommen. Der Vorteil bei diesem Kleber: Er bleibt auch nach dem Aushärten leicht elastisch, so dass die Kokosstücke besser darin kleben bleiben, auch wenn sie durch Feuchtigkeit aufquellen:
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Tja — und nach diesem letzten Schritt der Beflockung ist die Rückwand eigentlich schon fertig.

Zwei Hinweise noch

  1. Wichtig ist natürlich, bei jedem Ausbau-Schritt das restliche Glas zu schützen, indem man es sorgfältig abklebt oder abdeckt. So erspart man sich lästiges Reinigen und verhindert auch versehentliche Kratzer im Glas, die am Ende unschön aussehen würden.
  2. Und selbstverständlich sollte man immer die persönliche Schutzausrüstung entsprechend der zu verarbeitenden Materialien tragen!!!

Die Arbeit hat sich gelohnt, so sieht unser Paludarium nun aus:

Fertige Rückwand des Paludariums
Fertige Rückwand des Paludariums, Bild: Marc Fabian

Damit sind wir zunächst in den verdienten Feierabend gegangen. Im nächsten Teil der Serie stelle ich euch dann endlich mein Technik-Setup vor und zeige Euch, wie wir es installieren…

4 Gedanken zu „Bau eines Paludariums, Teil 3: Technik und Inneneinrichtung

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