Axolotl schwarz

Axolotl: Faszinierende Wasserdrachen

Was sind Axolotl?

Axolotl werden oft liebevoll als „Wasserdrachen“ bezeichnet und gehören zu den sogenannten Querzahnmolchen. Durch eine spezielle genetische Besonderheit verbleiben diese faszinierenden Tiere lebenslang im Larvenstadium. Sie sind streng wassergebunden und werden ausschließlich in Aquarien ohne Landanteil gehalten.

Mit einer Größe von bis zu 30 cm werden sie zudem relativ groß. Auch interessant: Axolotl wachsen lebenslang!

In Mexiko gelten Axolotl übrigens als Kult-Tier: Sie werden dort wie eine Art „heiliges Tier“ angesehen, seit einiger Zeit erfreuen sie sich auch in Europa einer wachsenden Beliebtheit.

Leider sind sie akut vom Aussterben bedroht, was vor allem an der Verschmutzung und dem Verlust von Lebensraum liegt.

Möchtet ihr auch gerne einem oder mehreren Axolotl ein neues zu Hause geben, so gibt es eine ganze Menge wichtiger Dinge zu beachten!

Vorweg: Kauf deine Tiere von verantwortungsbewussten Züchtern, die nicht „wild“ vermehren, sondern auf die Genetik achten: Die meisten Axolotl, die heute gehalten werden, haben Tigersalamander-Einkreuzungen – insbesondere manche Farbvarianten wären ohne dies gar nicht möglich. Der Nachteil hierbei ist, dass es durch zu starke Einkreuzung bzw. „wilde“ Vermehrung dazu kommen kann, dass die Tiere nicht in der Larvenphase verbleiben, sondern in eine spontane Metamorphose geraten. Dies überleben die Tiere nur selten, sie müssen danach auch in Terrarien mit Wasserstelle gehalten werden. Kauft daher auch auf keinen Fall Eier, nicht nur ist eine Anzucht alles andere als einfach — bei Eiern ist es ein reines Glücksspiel, ob man am Ende lebensfähige, robuste und gesunde Tiere erhält. Neben dem Leid der Tiere, können hierbei auch ganz schöne Folgekosten entstehen!

Besonderheiten der kleinen Wasserdrachen

Das Aquarium darf nicht mit Startern oder anderen chemisch-biologischen Hilfsmitteln behandelt werden, entsprechend solltest Du eine womöglich lange Einlaufzeit einplanen.

Kühle Temperaturen

Wie bereits erwähnt werden Axolotl bei vergleichsweise kühlen Temperaturen gehalten. Dafür gibt es mehrere Gründe: Zum einen sind sie durch ihre Biologie schlicht an sehr kalte Wasser angepasst. In wärmerem Wasser altern sie schneller und werden leichter krank. Dies liegt auch daran, dass ihre Immunabwehr über bestimmte Stoffe in ihrer Schleimschicht funktioniert. Diese abwehrenden Peptide in der Schleimschicht funktionieren jedoch nur bei Temperaturen unterhalb von 20 °C.

Der BD-Pilz (Batrachochytrium dendrobatidis)

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Eine gute Anleitung, wie man einen Abstrich bei einem Axolotl macht.

Alle Komponenten im Aquariensystem für die Axolotl müssen „BD-frei“ sein und/oder behandelt werden. Der BD-Pilz ist ein mittlerweile leider sehr weit verbreiteter Pilz, der für Axolotl tödlich ist. Seine Sporen werden typischerweise mit Aquarien-Einrichtungsgegenständen, Besatz oder die Tiere selbst eingetragen. Das Problem ist wirklich sehr weit verbreitet, weshalb es sich empfiehlt, die Aquarieneinrichtung neu zu kaufen.

Wird gebrauchtes Material verwendet, muss dieses unbedingt gründlich mit Spezial-Desinfektionsmittel (z.B. Virkon S) desinfiziert werden. Wichtig: Schläuche etc. sind nicht desinfizierbar, da das giftige Mittel in das Material eindringt. Pflanzen und etwaige Futtertiere wie Guppys, Garnelen oder Schnecken müssen aus garantiert überwachtem BD-freiem Bestand kommen bzw. (bei Pflanzen) steril gezogen sein. Die Axolotl sollten vor dem Einsatz in das Aquarium und danach jährlich auf BD getestet werden. Dazu nutzt man Abstrich-Kits, nimmt vorsichtig Abstriche an den Tieren vor und sendet diese an entsprechende Labore (Hessisches Landeslabor, Exomed) für die Analyse.

ZooMo empfiehlt

ZooMo rät:

Bitte unterschätze das Thema BD nicht: Wenn man sich den gefährlichen Pilzkeim erst einmal „eingefangen“ hat, ist der Aufwand zur Reinigung und Desinfektion des gesamten Aquariensystems erheblich. Darum von Anfang an immer auf der sicheren Seite bleiben und nur behandelte Geräte/Komponenten einsetzen sowie steril gezogene bzw. aus regelmäßig getesteten BD-freien Beständen stammende Tiere/Pflanzen verwenden.

Und schütze unbedingt auch unsere wilden Amphibien: Niemals infiziertes Aquarienwasser einfach so in die Umwelt gelangen lassen, sondern immer vorher durch Zugabe von Chlorbleiche oder Virkon S bzw. Benzalkoniumchlorid entkeimen. Vielerorts sind bereits Salamander- & Molchpopulationen ausgestorben, weil der „Salamanderpilz“ seinen Weg in die Natur gefunden hat. Und wo der Pilz erst einmal freigesetzt ist, lässt er sich nicht mehr einfangen — mit wirklich dramatischen Auswirkungen für unsere wertvollen Wildtiere.

Was Du für die Haltung von Axolotln benötigst

SolarRaptor CON1 Controller/Steuerungsgerät
Mit dem SolarRaptor CON1 Controller/Steuerungsgerät kannst Du die Beleuchtung in naturnahen Sonnenaufgangs-/-untergangsszenarien langsam hoch- und runter- dimmen lassen.

Wenn Du dich nun in die urigen kleinen Wasserdrachen verliebt hast und Dir welche anschaffen möchtest, benötigst Du auf jeden Fall ein großes Aquarium, am besten ab 100 cm x 40 cm für 1-3 Tiere.

Wichtig ist ein passender Durchlaufkühler

Ebenso wichtig und nur entbehrlich, wenn Du das Aquarium in einen kühlen Keller stellen möchtest, ist ein Durchlaufkühler. Denn Axolotl mögen es gerne kalt, weswegen die Wassertemperatur maximal 20 Grad betragen darf, im Winter sollte sie sogar noch tiefer liegen.

Für solche kühlen Temperaturer sorgt zuverlässig nur ein Durchlaufkühler, alle anderen Behelfsversuche scheitern regelmäßig. Plane daher gleich von Anfang an das Geld für die Anschaffung und den Betrieb eines ausreichend dimensionierten Durchlaufkühlers ein.

Pumpe und Beleuchtung

Der Durchlaufkühler ist zudem der „Dimensionsgeber“ für die passende Pumpe und den Filter. Denn hier gilt es solche zu wählen, die direkt auf den notwendigen Kühler ausgelegt sind. Dafür kann die Beleuchtung etwas sparsamer ausfallen. Da die Tiere es dämmrig lieben, ist die Beleuchtung vor allem für die Pflanzen wichtig. Auf ein abruptes Einschalten der Beleuchtung und helles Licht reagieren die kleinen Drachen oft sehr schreckhaft, optimal ist es daher, die Beleuchtung durch ein Steuerungsgerät jeweils langsam hoch- und herunter zu fahren.

Spezieller Kies

Da Axolotl beim Fressen ihre Nahrung „einsaugen“, nehmen sie immer auch Bodengrund auf. Der Kies im Axolotl-Aquarium muss daher für eine problemlose Magen-Darm-Passage tauglich sein. Das bedeutet insbesondere, dass die einzelnen Kiessteinchen nicht nur eine verträgliche Größe (Korngröße unter 3mm) haben sollten, um den Darm gut passieren zu können, sie müssen auch zuverlässig abgerundet sein, so dass keine inneren Verletzungen entstehen können. Zudem sollte der Kies keine Färbungen oder Kunststoff-Ummantelung enthalten. Bewährt hat sich abgerundeter Naturkies oder spezieller Axogravel.

BD-behandelte oder steril gezogene Wasserpflanzen

Auch bei der Bepflanzung gibt es spezielle Anforderungen: Weil in „normalen“ Aquarien gezogene Wasserpflanzen leider allzu oft den für andere Tiere ungefährlichen, für Axolotl aber leider tödlichen BD-Pilz an sich tragen, müssen die Pflanzen für Axolotl-Aquarien entweder aus speziellen, überwachten Zuchten stammen, steril gezogen sein oder aber sehr aufwendig mit Spezial-Desinfektionsmittel vorbehandelt werden, bevor man sie ins Aquarium setzen kann.

Übrigens: Axolotl „gestalten“ ihr Aquarium gern mal um, z.B. weil sie z.B. Pflanzen ausgraben. Grundsätzlich solltest Du ihnen die Laufwege entlang der Scheiben freihalten. Es hat sich auch bewährt, einzelne Pflanzen auf den Höhlen festzubinden (so die Pflanze das verträgt), um sie so „aus dem Gestaltungsraum“ der Tiere heraus zu nehmen.

Wohnhöhlen

Jedem Tier solltet ihr eine geräumige Höhle ohne scharfkantige Stellen anbieten. Wichtig ist, darauf zu achten, dass keine zu kleinen Öffnungen vorhanden sind, in denen die Tiere stecken bleiben könnten – Axolotl sind manchmal etwas ungeschickt oder „fast lebensmüde“. Jede zum Durchschwimmen zu kleine Öffnungen bei Höhlen solltest Du deshalb sicherheitshalber mit Moosbällen verschließen.

Ein Goldalbino-Axolotl schaut aus seiner Höhle
Ein Goldalbino-Axolotl schaut aus seiner Höhle. Bild: Split Gill Studio via Pexels

Kunststoffboxen für eine Quarantäne-Haltung

Kommt ein Axolotl neu an, wird krank oder hat sich verletzt, kommt das Tier in eine Quarantänebox. Diese sollte keinen Kies oder Höhlen enthalten, sondern lediglich frisches Wasser, manchmal müssen auch Salzbäder oder eine Behandlung mit Medikamenten erfolgen. Für all dies werden entsprechend dimensionierte Plastikboxen benötigt, die ihr am besten gleich schon am Anfang besorgen solltet – so hat man im Problemfall direkt eine geeignete Box zur Hand.

Ernährung

Axolotl sind Fleischfresser, sie werden als kleine Exemplare mit Mückenlarven gefüttert, große Axolotl ernährst Du artgerecht mit Tau- oder Regenwürmer. Auch Guppys oder Garnelen sowie kleine Schnecken können gefüttert werden, sowie in kleine Stücke geschnittener Süßwasserfisch. Keinesfalls solltest Du allerdings Meerwasserfisch füttern, da dieser in höherem Maße Jod enthält, was eine Metamorphose auslösen kann.

ZooMo empfiehlt

Achtung:

Bedenke auch bei selbst gefangenen Regenwürmern als Futter, dass Du dir durch diese sehr leicht den BD-Pilz oder andere Infektionskeime in dein Aquarium eintragen könntest. Auf der sicheren Seite bist Du mit gekauften Tauwürmern. Diese kannst Du aus leicht selbst weiter züchten.

Alternativ zu lebender Nahrung oder Frischfisch gibt auch spezielle Pellets für die Fütterung von Axolotl. Hier sind allerdings auch einige Sorten am Markt, die nicht gut auf die Bedürfnisse der Tiere zugeschnitten ist (beispielsweise mit Pflanzen/Getreide in der Rezeptur).

Zwei Weißlinge, die an der Oberfläche zwischen Wasserpflanzen schwimmen
Zwei Weißlinge, die an der Oberfläche zwischen Wasserpflanzen schwimmen. Bild: Matias Tapia via Unsplash

Weibchenhaltung und Zuchtvermeidung

Die Geschlechtsbestimmung beim Axolotl gelingt erst ab einer bestimmten Größe. Auch deshalb ist es sinnvoll, keine zu kleinen Tiere von Züchtern zu kaufen. Denn während Männchen auch allein oder zu mehreren „unter sich“ gehalten werden können, sollten Weibchen nicht ohne mindestens einem Männchen dabei sitzen. Ansonsten kann es zu Legenot kommen, was lebensbedrohlich werden kann. Bei der Haltung von Weibchen hat sich die Kombination von zwei Weibchen mit einem Männchen bewährt.

In diesem Fall kommt es dann regelmäßig zur Ei-Ablage durch die Weibchen. Am besten ist es dann, die Eier sowie die schlüpfenden Larven einfach im Aquarium zu belassen – sie werden durch die Alttiere aufgefressen und eine unerwünschte Zucht dadurch „auf natürliche Weise“ verhindert. Allerdings muss sichergestellt werden, dass die Larven nicht in den Filter gesaugt werden und dann darin qualvoll verenden. Darum empfiehlt es sich, in Zeiten, in denen Eier/Larven im Aquarium sind, das Ansaugrohr entsprechend durch feine Gaze zu sichern.

Vergesellschaftung

Axolotl bleiben gern unter sich – und hierbei auch am besten nur Tiere etwa gleicher Größe. Hält man unterschiedliche große Tiere zusammen, so kommt es leicht zu Verbissen.

Auch die Vergesellschaftung mit manchen Fischen führt häufig zu Problemen, so „lutschen“ Welse beispielsweise die schützende Schleimhaut ab und verletzen somit die Axolotl. Die Tiere leiden darunter sehr und können auch schwer erkranken. Auch Verbisse (Bissverletzungen durch Fische, die an den Axolotln „zupfen“) sind leider nicht selten.

Ein Fischbesatz muss sich darum immer daran orientieren, dass davon keine Gefahr für die Axolotl ausgeht. Das betrifft zudem auch die Gefahr der Einschleppung von Keimen oder dem BD-Pilz.

Umgekehrt verhindert die zwingend niedrige Wassertemperatur für Axolotl auch Tierschutzgründen eine Vergesellschaftung mit Fischarten, die wärmeres Wasser benötigen. Schließlich müssen auch Futterfische als Wirbeltiere schon vom Gesetz her, natürlich aber auch aus grundsätzlichen Tierschutzgedanken heraus artgerecht gehalten werden!

Wenn überhaupt, werden Axolotl meist mit Garnelen und/oder Guppys „vergesellschaftet“. Beides sind jedoch eher Futtertiere und keine echte Vergesellschaftung, zudem Guppys zum Wohlfühlen Temperaturen ab 20 °C benötigen. Ein Pluspunkt ist dafür, dass es für solche Futtertiere heute auch Angebote aus garantiert BD-freien Beständen gibt.

Als Garnelen kommen vor allem vermehrungsfreudige und robuste Arten von Zwerggarnelen in Frage. Auch diese sollte man unbedingt aus BD-kontrollierter Zucht beziehen. Damit die Garnelen eine Chance gegen die Axolotl haben, benötigen sie eine zumindest stellenweise dichte Bepflanzung – ansonsten könnten die Wasserdrachen den Garnelenbesatz in wenigen Stunden bereits „weggeräumt“ haben.

ZooMo empfiehlt

ZooMo rät:

Wenn Du deinen Axolotln regelmäßig Guppys und Garnelen anbieten möchtest, richte am besten ein separates Zuchtbecken ein, in dem Du auf der Basis einiger BD-freier Guppys und Zwerggarnelen deinen „eigenen Nachschub“ produzierst. Auf Dauer fährst Du so deutlich kostengünstiger, als ständig nachkaufen zu müssen — zumal im heißen Sommer ein Versand von Lebendtieren ausgeschlossen ist und dann auch der Nachschub beim Kauf vom Spezialzüchter abreißen könnte.

Weitere Kandidaten für eine Vergesellschaftung mit Fischen sind Kardinalfische oder Zebrabärblinge, beide fühlen sich auch bei 18 °C wohl, was mit der optimalen Aquarientemperatur der Axolotl noch gerade so harmoniert.

Auch Schnecken werden häufig als gute Mitbewohner genannt. Hier muss aber ebenfalls beachtet werden, dass Axolotl gefährdet werden könnten: Da sie die Schnecken fressen, die Häuser jedoch nicht verdauen, kommen nur kleine und rundschalige Schneckenarten in Frage. Meist werden daher Blasenschnecken oder Posthornschnecken als geeignet genannt – letztere allerdings können den Axolotln beim Verschlucken schwere Probleme verursachen, wenn sie zu groß sind!

Ähnliche Tiere: Anderson-Querzahnmolch (Ambystoma andersoni)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Nach oben scrollen